feuern


feuern
Feuer:
Das altgerm. Substantiv mhd. viur, ahd. fiur (älter fuir), niederl. vuur, engl. fire, aisl. fyrr ist z. B. verwandt mit griech. pȳr »Feuer« und hethit. paḩḩur »Feuer« und beruht mit diesen auf idg. *peu̯ōr, pū̆r, Genitiv *punés »Feuer«. Von den Formen mit -n- (Genitiv, Lokativ) sind z. B. ausgegangen got. fōn »Feuer« und aisl. funi »Feuer« sowie die unter Funken behandelten Wörter. In militärischem Sinne bezeichnet »Feuer« das Schießen mit Feuerwaffen und die einschlagenden Geschosse (z. B. »Artilleriefeuer, Sperrfeuer, Feuerüberfall«). – Abl.: feuern (mhd. viuren »Feuer machen; glühen«; jetzt meist für »schießen«, übertragen »mit Wucht irgendwohin werfen«, im Sinne von »jemanden hinauswerfen, entlassen« Bedeutungslehnwort von engl. to fire), dazu anfeuern »anheizen; anspornen« und befeuern »beheizen; anspornen; mit Leuchtfeuern versehen« sowie das Substantiv Feuerung (spätmhd. viurunge »Feuer«, mnd. vǖringe »Brennstoff«); feurig »temperamentvoll« (mhd. viurec »brennend, glühend«); feurio!, feuerjo! (alter, weit hallender Notruf, im 15. Jh. fiuriō, viurā; jetzt ruft man gewöhnlich »Feuer!«; s. a. mordio Mord›). Zus.: Feuersbrunst ( Brunst); Feuerstein (mhd. viurstein; zum Feuerschlagen, vorgeschichtlich zu Steinwerkzeugen und -waffen benutzt); Feuertaufe (im 18. Jh. nach Matth. 3, 11 gebildet als »Taufe mit dem Heiligen Geist«, um 1850 übertragen für »Einweihung, erstes Gefecht der Soldaten«, jetzt auch allgemein für »erste Bewährung«); Feuerwehr (19. Jh.); Feuerwerk (spätmhd. viurwerc »Brennmaterial« wurde im 16. Jh. zur Bezeichnung von Pulver und Geschützmunition; auch die jetzige Bedeutung »Abbrennen von Feuerwerkskörpern« ist schon damals bezeugt), dazu Feuerwerker (seit dem 18. Jh. Dienstgrad bei der Artillerie; auch »Hersteller von Feuerwerkskörpern, Pyrotechniker«); Feuerzeug (mhd. viurziuc; Zeug).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Feuern — Feuern, verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum, Feuer machen, Feuer geben, doch nur in einigen Fällen. 1) Einem Schießgewehre Feuer geben, es los brennen. Die Soldaten feuern in jeder Minute zehen Mahl. Mit dem… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • feuern — V. (Mittelstufe) mit Waffen schießen, Feuer geben Beispiel: Die Soldaten haben mit Maschinengewehren gefeuert. feuern V. (Aufbaustufe) ugs.: etw. mit Wucht irgendwohin werfen Synonyme: schleudern, ballern (ugs.), donnern (ugs.), knallen (ugs.),… …   Extremes Deutsch

  • Feuern — (Milit.), s.u. Schießen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • feuern — schleudern; werfen; schmeißen; schmettern; auf die Straße setzen (umgangssprachlich); entbinden; freistellen; (eiskalt) abservieren (umgangssprachlich); absägen (umgangssprachlich); …   Universal-Lexikon

  • Feuern — Das Aktionspotential (auch elektrische Erregung oder Nervenimpuls) beschreibt eine vorübergehende, charakteristische Abweichung des Membranpotentials einer biologischen Zelle von ihrem Ruhemembranpotential. Während des Aktionspotentials ändert… …   Deutsch Wikipedia

  • feuern — feu·ern; feuerte, hat gefeuert; [Vt] 1 jemanden feuern gespr; jemanden (sofort) aus dem Dienst entlassen ≈ jemandem kündigen 2 etwas irgendwohin feuern gespr; etwas (meist aus Wut) irgendwohin werfen ≈ schleudern: Am letzten Schultag feuerte er… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • feuern — 1. anfeuern, anheizen, anschüren, einheizen, heizen; (landsch.): einfeuern. 2. schleudern, werfen; (ugs.): ballern, donnern, knallen, pfeffern, schmeißen; (salopp): hauen. 3. abbauen, entfernen, entlassen, fortschicken, kündigen; (ugs.):… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • feuern — Jemanden feuern: fristlos, ohne Angabe von Gründen entlassen, kündigen. Der Vergleich mit dem Feuer bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bringt die Vehemenz und Plötzlichkeit, das Unvorhergesehene und Spektakuläre der Aktion zum Ausdruck …   Das Wörterbuch der Idiome

  • feuern — feuerntr 1.etwheftigwerfen.HerzuleitenvomWerfenderHolzscheiteoderKohlenindenOfen.19.Jh. 2.jnhinausweisen;jnseinerStellungentheben,fristlosentlassen,inUnehrenentlassen,ausderSchuleweisen.1900ff.Gleichbedengl»tofire«.… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • feuern — feuere, füüre, stoche …   Kölsch Dialekt Lexikon


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